Selbstverständnis der Betriebsgruppe alternative im Daimler-Werk Untertürkheim

1. Die Ausgangslage

Die Situation der großen Mehrheit der Menschen (in den reichen wie in den armen Ländern) ist nach wie vor schlecht. Der globalisierte Kapitalismus hat gleichermaßen ihre soziale Lage und ihre Arbeits- und Lebensbedingungen verschlechtert. Die natürlichen Lebensgrundlagen werden zunehmend zerstört. Die sozialen Unterschiede innerhalb und zwischen den armen und reichen Ländern verschärfen sich, weil das Kapital nur für die eigene Profitvermehrung wirtschaftet und gegenüber den Bedürfnissen einer lebenswerten Gesellschaft gleichgültig ist. Verteilungskriege um knapper werdende Ressourcen vernichten Unmengen gesellschaftlich erarbeiteten Reichtums.

2. Eine andere Welt ist möglich und nötig

Dies alles steht in krassem Gegensatz zu den Möglichkeiten, die der weltweit erarbeitete gesellschaftliche Reichtum eröffnen würde! Als Betriebsgruppe bei Daimler verstehen wir uns als kleiner Teil der Bewegungen, die dafür kämpfen, den erwirtschafteten Reichtum der Kontrolle weniger zu entziehen und zum Wohl aller gerecht einzusetzen:

• Für eine Welt, in der die Arbeit so organisiert und gestaltet ist, dass sie nicht nur als Last empfunden werden kann. Dies setzt die demokratische Teilhabe der Produzenten an allen Entscheidungsprozessen voraus.

• Für eine Welt, in der die Ressourcen und natürlichen Lebensgrundlagen nicht ausgebeutet und zerstört werden, so dass auch zukünftige Generationen in ihr leben können.

3. Wie wollen wir dazu beitragen?

Der nach wie vor bestehende Gegensatz von Kapital und Arbeit muss wieder Ausgangspunkt und Grundlage allen gewerkschaftlichen Handelns werden. Dazu müssen sich die Gewerkschaften von dem von ihnen inzwischen akzeptierten Konkurrenzdenken lösen und zurückfinden zu einem Betriebs- und Länderübergreifenden gemeinsamen Kampf für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. Gewerkschaften müssen wieder zu einer gesellschaftsgestaltenden Kraft im Interesse der Menschen werden. Kurzum: Die Gewerkschaften müssen wieder Teil der Lösung sein, statt immer mehr Teil des Problems zu werden!

Formuliert, diskutiert und verabschiedet auf der Klausur der alternative-Betriebsratsfraktion am 8.12.2006

 

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